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Lazarus wird von Jesus auferweckt

„Du musst singen“, höre ich regelmäßig von meinem Oboenlehrer bei meiner Musikstunde. Die Oboe ist ein Blasinstrument. Da ist singen im wörtlichen Sinne gar nicht möglich. Die Worte: „Du musst singen“, sind im übertragenen Sinn zu verstehen. Meine Vorstellungskraft ist gefragt. Wenn ich diese einsetze, dann wird der Oboenton voll und klangschön. Nicht nur in der Musik auch in vielen anderen Bereichen, etwa beim Sport, spielt die Vorstellungskraft eine entscheidende Rolle. Unsere Vorstellungskraft ist kein Hirngespinst. Sie hat Macht und Kraft.

An die Grenze der Vorstellungskraft führt uns das Evangelium des 5. Sonntag der Fastenzeit: Jesus tritt an das Grab seines Freundes Lazarus und erweckt ihn zum Leben. Diese unglaubliche Geschichte aus dem Johannesevangelium ist keine Phantasiegeschichte. Es ist eine Erzählung des Glaubens. Der Evangelist will uns eine Vorstellung geben, was aus dem Glauben heraus möglich wird. Entscheidend für den erweckenden Glauben ist die Person Jesu. Glauben bedeutet nicht, perfekt 1000 Glaubenssätze korrekt wiederzugeben, sondern es geht um das Vertrauen in die Person Jesu. So wie es Marta am Grab ihres toten Bruders bekennt: „Ja, Herr, ich glaube, dass du der Christus bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.“

In diesen Zeiten der Corona-Pandemie verbindet uns viel mit den Erlebnissen von Marta und Maria, die die Krankheit und den Tod des Bruders verkraften müssen. Viele werden auch bei uns erkranken, und wir müssen sehen, dass wir Menschen, die wir kennen, verlieren werden. Das ist schwer auszuhalten. Die Wucht dieser Ereignisse verunsichert und bringt das vertraute Leben durcheinander. Mit dem Evangelium werden wir ermutigt, dem Glauben an Jesus Christus zu vertrauen. Das umzusetzen ist aber kein Selbstläufer. Zweifel sind in diesen Tagen nur zu verständlich. Unser kirchliches Leben wirkt ja auch entmutigt. Hilfe gegen solche Verzagtheit können wir in der Vorstellungskraft finden: Was kann möglich sein, wenn unser Glaube seine volle Stärke entfaltet? Es lohnt sich nachzuspüren: Wie ginge es mir, wie uns als Gemeinschaft der Glaubenden, wenn wir mit voller Stimme in dieser Zeit sagen könnten: „Ja, Herr ich glaube. Du schenkst das Leben, mit dir können wir auch durch das Tal des Todes gehen“. Vielleicht ist das ein Weg mit dem österliche Leben auch in Corona-Zeiten zu rechnen.

Gott behüte Sie und gebe Ihnen Hoffnung und eine Vorstellung vom Dasein seiner Liebe in diesen Tagen, wo Ostern nahe ist.

Stefan Peter, Pfarrer