Messdiener Fahrt

Am Freitag, 21.8., kurz nach Schulschluss, brachen 25 Ministrantinnen und Ministranten gemeinsam mit Kaplan Moritz Hemsteg auf, um für eine zweitägige Messdienerfahrt nach Trier zu fahren.

Rom. Römischer. Trier

In der dortigen Jugendherberge sicher angekommen - Vertrauensbusfahrer Lars gab sich alle Mühe, die Fahrt kurzweilig durch Vorträge zu untermalen – lernten sich die Kinder und Jugendlichen aus den verschiedenen Kirchorten spielerisch besser kennen, was möglich war dank der Vorbereitungen von Emiliy und Jakob. Ein Abendgebet schloss das offizielle Programm.

Der Samstag war äußerst ereignisreich: Zunächst wanderte die Gruppe in die Trierer Innenstadt, wo die Gruppenleiter eine Kirchen- und Heiligenrallye vorbereitet hatten. Unsere Ministranten, in Kleingruppen aufgeteilt, erforschten „ihre Kirche“ samt „ihres Kirchenpatrons“. So zog es einige bis über die Mosel zu St. Simon und Juda, andere zum einzigen Apostelgrab nördlich der Alpen in die mächtige Benediktinerabtei St. Matthias. (Der geneigte Leser darf gerne raten, welcher Apostel dort begraben liegt.) Aus ökumenischer Verbundenheit wurde ebenso die Erlöserkirche, besser bekannt als Konstantinbasilika, mit einbezogen.

Danach war noch Zeit für eine interaktive Stadtführung durchs römische Trier durch Dr. Evelyn Bokler, welche die Gruppe sofort in ihren Bann zog. So mussten die Teilnehmer der Fahrt spielerisch durch die Porta Nigra vorbei an strengen Wächtern gelangen und tauschten sich im weiteren Verlauf über Badevorlieben aus, nachdem wir die Thermen erreicht hatten.

Nach Abschluss des römischen Teils machten wir uns auf zum Grab der Trierer Märtyrer, wo uns auf herzlichst-pfarrherliche Weise Basilikapastor Joachim Walldorf an „seiner“ Kirche, der Basilica Minor St. Paulin, begrüßte. Nicht nur erhielten wir dort spektakuläre Einblicke in einen barocken Prachtbau Balthasar Neumanns – die älteren erinnern sich vielleicht noch an den 50-D Mark-Schein – sondern hatten auch Gelegenheit einigen kunstvollen Variationen über Marienlieder zu lauschen, die uns an der großen Orgel dargeboten wurden von Starorganist Ferdinand Fahn. Den Besuch in der sehr beeindruckenden Kirche rundete eine Heilige Messe zum Fest Maria Königin ab, bevor wir uns aufmachten zur Jugendherberge. Gerade noch trugen die Beine die Pilger zur Feuerstelle, wo alle freundlich begrüßt wurden von Jaden Parathottal, der gemeinsam mit unserem neuen extra angereisten Pastoralreferenten, Tobias Schirmer, den Grill betätigte. Die „Saftkreationen“ der Jugendherbergsküche stießen auf ein geteiltes Echo.

Nachdem der Grill wieder verstaut war, schloss die Reisegrpupe ihren Abend ab mit einer kleinen Talkshow zum Thema „Schönste Kirche Triers“. Moderator Moritz Hemsteg befragte zunächst die einzelnen Apostel und weiteren Märtyrer nach ihrem Martyrium und ließ dabei die gespannt lauschende Ministrantengruppe wissen, dass ihm etwas unbehaglich sei neben so viel zerfetzten und grausam getöteten Menschen zu sitzen, die auch noch in der Lage waren, höchst malerisch über ihr je „eigenes“ Martyrium zu berichten. Einzig die elegant gekleidete Kaiserinmutter St. Helena sowie der etwas angestaubte alte Antonius konnten hier nicht mitreden, hatten aber andere Highlights aus ihren Biographien zu berichten. Mit deutlicher Stimmenmehrheit gewann die Kirche St. Antonius in der Trierer Altstadt den Titel „schönste Kirche“ sowie den großen Preis von Trier. Die Ministranten überraschten schließlich den sichtlich gerührten Kaplan mit einer besonders erworbenen Fürsprache der Gottesmutter, angedeutet durch das Erleuchten der Mariensäule, welche im 19. Jh. über Trier errichtet wurde.

Der Sonntag stand dann ganz im Zeichen des Domes. Nach der Heiligen Messe mit Domkapitular Ottmar Dillenburg, bei welcher einige unsrer Ministranten am Hauptaltar des Domes dienten, erhielten wir zwei Domführerinnen zugeteilt, welche die Pilgergruppe durch den Dom führten und dessen Geschichte und Bauweise erklärten. Leider blieb der größte Reliquienschatz des Domes, der Heilige Rock, das ungeteilte Untergewand Jesu Christi (vgl. Joh 19,23f) den Kindern und Jugendlichen verwehrt, weil die Reliquienkapelle zu spät geöffnet wurde und das Mittagessen die hungrig gewordene Gruppe nun erwartete. Somit heißt es jetzt: Ein Wiederbesuch wird sich lohnen. Ganz bestimmt.

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